R. Welsh: Sonst bist du dran!

Daten zu dem Buch "Sonst bist du dran!"

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Zum Inhalt

Michel, ein Schüler der Klasse 4a, wird mehrmals Zeuge, wie Klaus und Bertram, Mitglieder der Bande der „Hunzer“, den Mitschüler Arnold, den Michel auch nicht sonderlich schätzt, demütigen und quälen. Er ist entsetzt darüber, kann sich aber nicht zu einer entsprechenden Reaktion durchringen und leidet unter dieser Situation. Bald ist Michel nicht mehr nur Zuschauer, er muss mitmachen. Klaus zwingt ihn dem am Boden knienden Arnold ein Büschel Gras in den Mund zu stopfen. Im Anschluss daran schlägt er – zu seinem eigenen Entsetzen – Arnold sogar. Michel kann es nicht fassen, dass er auf einen Wehrlosen eingeschlagen hat. Am Abend spricht er nach langem Zögern mit seinen Eltern, die ihm raten Arnold um Verzeihung zu bitten. Ein Vorfall in der Schule liefert für Frau Hafner, die Lehrerin, den Anlass, das Thema „Gewalt“ in der 4a zu behandeln. Alle Schüler sollen – anonym – auf einem Zettel aufschreiben, wann und wie sie Gewalt ausgeübt oder erfahren haben. Michels Satz „Ich habe einem Gras in den Mund gestopft“ führt zu allgemeiner Betroffenheit und einem Wechsel des Klassenklimas. Die Mitglieder der „Hunzer“ verlieren ihre vermeintliche Autorität. Die Idee, ihrer schwangeren Lehrerin eine Patchwork-Decke, an der jeder mitarbeitet, zu schenken, führt die Klasse noch stärker zusammen. Als Arnold auch noch großen Mut im Umgang mit einem großen Hund, vor dem sich alle fürchten, beweist, gewinnt er schnell Ansehen und Akzeptanz. Michel holt am Ende Arnolds Schal, den man ihm weggenommen hatte, von einem hohen Baum und gibt ihn als Zeichen der Versöhnung zurück.

Zur Thematik

Gewalt in der Schule – ein bedrückendes, brisantes und höchst aktuelles Problem, das Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern und die Institution Schule alle gleichermaßen berührt und betrifft. Renate Welsh nimmt sich mit ihrer Erzählung des Themas auf eine sehr einfühlsame Weise an. Die Personen in der Erzählung handeln als Opfer und als Täter im Raum und im Umfeld der Schule bis hinein in die mitunter problematische Familiensituation. So lassen sich bestimmte Zielsetzungen im Unterricht – das Kennenlernen von Verhaltensweisen, die Beurteilung von Beziehungen, das Erkennen des Unterschieds zwischen Toleranz und Unterstützung von Unrecht durch Schweigen und Wegsehen – aus verschiedenen Perspektiven angehen. Die Autorin bietet am Ende eine Lösungsmöglichkeit an und unterstreicht für die Leser damit, dass man sich mit dem Problem nicht abfinden muss, auch wenn Verhaltensänderungen nicht von heute auf morgen zu erreichen sind.