Wie wurden die Juden verfolgt?

Bundesarchiv_Bild_183-41636-0002,_Warschauer_Ghetto-Aufstand,_Verhaftungen_HR.jpg

Zum Anhören: Wie wurden die Juden verfolgt?

 

Sofort nach der Machtergreifung Hitlers im Januar 1933 begann die Judenverfolgung. Zunächst noch vereinzelt, dann aber immer offener und brutaler. Bereits im März 1933 wurde in Dachau bei München das erste Konzentrationslager gebaut.

Am Eingang von Ortschaften wurden Schilder angebracht: „Juden sind hier unerwünscht“. An Häusern und Schaufenstern konnte man lesen: „Kauft nicht bei Juden“. Aber dies waren erst die Anfänge. Je länger die Herrschaft Hitlers dauerte, desto stärker wurden die Juden ausgegrenzt und verfolgt. Die Juden waren zunehmend schutzlos und rechtlos.

Die Bevölkerung durfte keinen Kontakt mehr zu Juden haben. Jüdische Geschäfte mussten schließen. Die Heirat zwischen Juden und Deutschen wurde verboten.
Die sogenannten „Nürnberger Gesetze“ von 1935 schränkten die Lebensmöglichkeiten der Juden immer mehr ein:

  • Jüdische Kinder durften nur noch jüdische Schulen besuchen
  • Theaterbesuche und Kinobesuche waren für Juden verboten
  • Juden durften keine Zeitungen mehr kaufen
  • Juden durften keine Autos oder Fahrräder mehr besitzen
  • Ihre Telefonanschlüsse wurden abgeschaltet
  • Sie durften nur noch in besonders gekennzeichneten Geschäften einkaufen
  • Sie durften ihren Wohnsitz nicht mehr wechseln
  • Ab dem 1.9.1941 mussten sie den sogenannten Judenstern tragen. Ein gelber Stoffstern mit dem Schriftzug „Jude“
  • Später mussten sie auch ihre Wohnungen aufgeben, durften keine Geschäfte und Betriebe mehr führen.

 

Die Reichspogromnacht

In der Nacht am 9.11.1938 wurden in ganz Deutschland die Synagogen, also die jüdischen Gebetshäuser und viele jüdische Geschäfte und Wohnungen ausgeraubt, zerstört und angezündet. Die scheinbare Wut der Bevölkerung auf die Juden war gesteuert. Die Zerstörung wurde von „oben“ befohlen und von Hitlers Helfern, der SA durchgeführt.

Da man die Verfolgung ganzer Gruppen auch „Pogrom“ nennt, wird diese Nacht auch als Reichspogromnacht bezeichnet.

1938 zerstörte jüdische Synagoge in München

1938 zerstörte jüdische Synagoge in München

Der Holocaust

Holocaust ist griechisch und bedeutet „vollständig verbrannt“. Und genau dies hatte Hitler mit den Juden vor: sie sollten vollständig verbrannt, also vernichtet werden.
Ab 1940 wurde die jüdische Bevölkerung planmäßig zusammengetrieben und in Zügen nach Polen abtransportiert (deportiert). Dort hatte Hitler große sogenannte Arbeits- und Konzentrationslager errichten lassen. Wer arbeiten konnte, musste in großen Industriebetrieben arbeiten. Die anderen wurden sofort getötet. Daneben gab es auch reine Vernichtungslager. Hier wurden die jüdischen Männer, Frauen und Kinder sofort nach der Ankunft mit Giftgas getötet.
Hitler nannte die Ermordung der Juden „Endlösung“. Diese betraf nicht nur die deutschen Juden, sondern auch alle Juden in den von Deutschen besetzten Gebieten. Ca. 6 Millionen Juden wurden in Europa verfolgt und umgebracht.

 



Ein deutscher Soldat schrieb an seine Frau:

 

„Hier sind hunderttausende von Juden hingerichtet worden“
„Wir werden und müssen siegen, denn sonst würde es uns schlecht ergehen. Das ausländische Judengesindel würde sich fürchterlich am Volk rächen, denn hier sind, um der Welt endlich Ruhe + Frieden zu bringen, hunderttausende von Juden hingerichtet worden. Vor unserer Stadt sind auch zwei Massengräber. In einem liegen 20.000 Juden und dem anderen 40.000 Russen. Zuerst ist man zwar davon erschüttert, aber wenn man an die große Idee denkt, dann muss man ja selbst sagen, dass es nötig war. Jedenfalls hat die SS ganze Arbeit geleistet und man hat ihr viel zu verdanken.“
Heinz

Feldpostbrief vom 20.5.1942 an Elly (Auszug) <www.feldpost-archiv.de/07-09-heinz.shtml>

Zum Anhören: Ein deutscher Soldat an seine Frau