Leben in Vielfalt

Tom, 12 Jahre, fragte am 01. Juni 2012

Warum gibt es keine Weltreligion, dann gäbe es keine Glaubenskriege?

Du hast recht, es gibt Kriege, die scheinbar geführt werden, weil die Kriegsgegner unterschiedlichen Religionen angehören und sich darum streiten, welcher Glauben der "richtige" ist.

Doch dies kommt eher selten vor. Viele Kriege scheinen zwar auf den ersten Blick Religions- oder Glaubenskriege zu sein. Doch der Tübinger Friedensforscher Andreas Hasenclever hat herausgefunden, dass Religion meist ein "Deckmantel" ist, der den wirklichen Grund für Gewalt und Krieg versteckt. Es gehe oft um den Zugang zu Ressourcen, wie z.B. Wasser oder Öl, um den enormen Unterschied zwischen arm und reich oder um kulturelle Unterschiede.

Häufig missbrauchen Kriegstreiber Religion und Glaubensfragen dazu, Kriege zu rechtfertigen: Wenn ein Krieg im Namen der eigenen Religion und des eigenen Glaubens geführt wird, sind mache Menschen eher bereit zur Gewalt zu greifen, weil sie ihren Glauben schützen wollen.

Wenn man sich die Religionen der Welt genauer anschaut, kann man sicherlich viele Unterschiede erkennen. Man kann sich kaum vorstellen, dass sie sich zu einer gemeinsamen Weltreligion zusammenschließen könnten: Manche glauben an einen Gott, manche an mehrere Götter. Und auch die Traditionen und Rituale sind sehr unterschiedlich.

Doch es gibt trotz der Vielfalt wichtige Gemeinsamkeiten zwischen allen großen Religionen! Der Theologe Hans Küng tritt gemeinsam mit Menschen verschiedenen Glaubens dafür ein, sich auf die gemeinsame Botschaft zu besinnen, die in allen Religionen zu finden ist: Man nennt sie die "goldene Regel". Und sie besagt, dass man andere Menschen so behandeln soll, wie man selbst behandelt werden möchte.

Es gibt also bestimmte Werte für ein Zusammenleben in einer Gemeinschaft ohne Gewalt, die alle Religionen miteinander verbinden. Hans Küng nennt dieses Gemeinsame den "Weltethos". Das friedensstiftende Potenzial der Religionen wird viel zu wenig beachtet. Man könnte und müsste die Religionen viel mehr in ihrer friedensstiftenden Kraft ernst nehmen und unterstützen. Denn sie können mit all ihren Gläubigen auf der Welt einen enormen Beitrag zum Frieden leisten.

Hier kannst du mehr über die "goldene Regel" erfahren.

Nicole und Caro

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