Leben in Vielfalt

Was versteht man eigentlich unter interreligiösem Dialog?

Interreligiöser Dialog bedeutet, dass Angehörige unterschiedlicher Religionen sich begegnen und austauschen. Das Wort "Dialog" meint dabei vor allem das Gespräch zwischen den Religionen. Wo nämlich nicht miteinander gesprochen wird, ist viel Raum für Vorurteile und Gerüchte.

Es gibt oft Streit und Gewalt zwischen den Religionen, weil unterschiedliche Religionsgruppen nicht miteinander sprechen. Im Gespräch lernt man sich kennen und kann nachfragen:

An was glaubst du? Wie betest du? Und welche Regeln gibt es in deiner Religion? So erfährt man etwas über den Glauben des anderen und kann dessen Verhalten verstehen. Das ist wichtig für ein friedliches Zusammenleben.

 

Was gehört zu einem Gespräch zwischen den Religionen?

Ein Gespräch zwischen den Religionen kann es zwischen zwei oder mehr Religionsgemeinschaften geben. Jeder und jede kann ein solches Gespräch führen, nicht nur religiöse Autoritäten.

Woran glaube ich und was ist mir wichtig? Wie ist das bei dir? Wo entdecken wir Gemeinsamkeiten und wo Unterschiede? Das sind wichtige Fragen für ein solches Gespräch, auch wenn sie nicht immer leicht zu beantworten sind.

Im Gespräch kann man dem anderen helfen, die eigene Religion besser zu verstehen ohne den anderen von der eigenen Religion überzeugen zu wollen. Gleichzeitig werden die Unterschiede zwischen den Religionen nicht verschwiegen.

Welche Ziele kann das Gespräch haben?

  • Besseres Verstehen der anderen Religion: Es kann schwierig sein anzuerkennen, dass der andere etwas anderes glaubt. Trotzdem darf keiner versuchen, dem anderen den eigenen Glauben überzustülpen.
  • Lösungen für Konflikte zwischen den Religionen: So wie Leymah Gbowee, die muslimische und christliche Frauen zusammengebracht hat um miteinander zu reden - ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Frieden in Liberia.
  • Lösungen für gemeinsame Probleme: Wo Religionen zusammenarbeiten, können sie gemeinsam etwas gegen Armut und Not in der Bevölkerung tun und für gute Lebensbedingungen eintreten.
  • Gutes Zusammenleben: Die unterschiedlichen religiösen Schriften und Traditionen geben Regeln für ein friedliches Zusammenleben. Dabei können auch gemeinsame Ziele beschlossen werden, damit Menschen verschiedener Religionen in Frieden zusammen leben können.
  • Stärkung des Friedens: Wer den anderen versteht, kann seine Eigenarten besser annehmen. Außerdem können Gespräche Gewalt zwischen Religionen verhindern.

Welche anderen Arten des interreligiösen Dialogs gibt es?

Beim interreligiösen Dialog muss nicht immer viel gesprochen werden. Man kann sich auch auf andere Weise begegnen und austauschen. Wer gemeinsam Fußball spielt, Musik macht oder etwas anderes unternimmt, lernt sich kennen. Damit wird ein gutes Zusammenleben gefördert. Gemeinsam zu kochen und zu essen ist auch eine gute Möglichkeit, etwas voneinander zu erfahren.

Wenn zum Beispiel ein Muslim und eine Jüdin gemeinsam kochen, lernen sie, was es für Speisevorschriften in der anderen Religion gibt und warum. Wieso essen Muslime kein Schweinefleisch? Und was bedeutet es "koscher" zu essen?

Der Besuch des Gotteshauses einer anderen Religion ist eine tolle Erfahrung, bei der man viel voneinander lernt. Warum gibt es zum Beispiel in der Moschee einen Waschraum? Und wieso findet man in jeder Kirche ein Kreuz? Am besten ist es, wenn man nicht allein auf Entdeckungstour geht, sondern gemeinsam mit der Klasse oder einer anderen Gruppe.

Außerdem sollte so ein Besuch geplant und angekündigt werden, damit man nicht ungelegen kommt. Um eine Moschee zu besuchen, kann man den "Tag der offenen Moschee" nutzen, der jedes Jahr am 3. Oktober deutschlandweit stattfindet.

Nicole und Julia

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